Klinische Anwendung der Hyperthermie

Die regionale Tiefenhyperthermie ist für zwei Tumorentitäten (Zervixkarzinome und Weichteilsarkome) in der Wirksamkeit durch Studien belegt. Da die Hyperthermie ein relativ neues, aufwendiges und nicht so verbreitetes Verfahren ist, bestehen die gesetzlichen Krankenkassen darauf, dass jede einzelne Indikation in einer Studie geprüft werden muss. Das ist eine Forderung, die selbst für so etablierte Therapien wie Chirurgie, Strahlentherapie oder Chemotherapie keineswegs immer erfüllt ist.

Sie befinden sich hier:

Hyperthermiebehandlung im Ringapplikatorsystem

 

Für die regionale Tiefenhyperthermie müssen jedoch die Bedingungen der gesetzlichen Krankenkassen so akzeptiert werden, auch wenn dabei leider einige wichtige onkologische Anwendungen nicht berücksichtigt werden können.

Daher kann die regionale Hyperthermie an der Charité zurzeit für folgende Tumorerkrankungen angeboten und eingesetzt werden:

  1. Lokal fortgeschrittene und/ oder rezidivierte Weichteilsarkome
  2. Lokal fortgeschrittene oder rezidivierte Zervixkarzinome, insbesondere wenn eine Cisplatin-haltige Chemotherapie ergänzend zur Radiotherapie nicht möglich ist oder abgelehnt wird 
  3. Adjuvante hypertherme Chemotherapie nach Operation des Pankreaskarzinoms (HEAT-Studie)
  4. Darüber hinaus kann die Hyperthermie bei der Behandlung solider Tumoren des Kindes- und Jugendalters eingesetzt werden

Eine regionale Tiefenhyperthermie bei weiteren Tumorerkrankungen, welche für die gesetzlichen Krankenkassen nicht als gesicherte Behandlungsmethode gelten, ist nur im Rahmen von klinischen Studien möglich (link zu Für Patienten,  Klinische Studien). In Vorbereitung sind weitere Studien zum Analkarzinom, Prostatakarzinom, Pankreaskarzinom und Ovarialkarzinom

Die Hyperthermie erfolgt in der Regel im Rahmen eines stationären Aufenthalts auf unserer Bettenstation W61. Informationen zur Station und zur stationären Aufnahme erhalten Sie hier.