Behandlung

Erfahren Sie hier mehr über die Behandlungsmöglichkeiten und weitere Leistungen im Hyperthermie-Zentrum der Charité. 

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Wie wird eine Hyperthermie-Behandlung durchgeführt?

Foto Hyperthermie-Behandlung
Behandlungsbeginn der Tiefenhyperthermie

Zur Vorbereitung einer Hyperthermie wird zunächst die Temperaturverteilung berechnet. Um die Therapie individuell auf die Patienten abzustimmen, setzen wir in unserer Klinik verschiedene computergestützte Planungssysteme ein, darunter Sigma-Hyperplan. Auf der Basis dieser Planung kann der Tumor gezielt erhitzt und das gesunde Gewebe maximal geschont werden. Vor der Therapie werden Messsonden in den Tumorherd eingebracht oder möglichst nahe an den Krebsherd herangeführt, um während der Behandlung die Temperatur kontrollieren zu können.

Temperaturen in Tumoren, die nahe unter der Haut liegen, können auch durch direkte Messung auf der Hautoberfläche ermittelt werden. Für Krebsherde im Körperinneren nutzen wir die natürlichen Körperöffnungen wie Rektum, Harnröhre oder Scheide. In einigen Fällen kann auch die Einlage einer invasiven Messsonde unter Lokalanästhesie notwendig sein.

Nach dieser Vorbereitungsphase wird der Patient für die regionale Tiefenhyperthermie in einen Ringapplikator gelegt. Darin befinden sich die Antennen, die elektromagnetische Wellen abstrahlen und damit die Wärme im Körper, ähnlich wie in einer Mikrowelle, erzeugen. Wir verfügen über das moderne System BSD 2000 3D mit einer Reihe zugehöriger Ringapplikatoren (SIGMA-Eye, SIGMA-60, SIGMA-40, SIGMA-30), mit denen wir für ein breites Spektrum der Patienten, von Erwachsenen bis Kleinkindern, Therapien anbieten können.

Nach einer Aufwärmzeit von ca. 30 Minuten beginnt die eigentliche Therapie. Sie dauert ungefähr eine Stunde. Die parallel durchgeführte Strahlen- bzw. Chemotherapie muss in engem zeitlichem Zusammenhang erfolgen.

Sind die Patienten während der Behandlung allein?

Unsere Patienten werden stets von einem kompetenten Team betreut: Die adäquate Temperatur und die technischen Parameter werden während der gesamten Behandlungsdauer im Kontrollraum von Medizinphysikern kontrolliert. Die Hyperthermiebehandlungen werden zusätzlich von Ärzten hinsichtlich der Herz-Kreislauf-Funktionen der Patienten überwacht und Schwestern sorgen sich um das physische und psychische Wohlergehen. Für die Patinentenüberwachung besteht jederzeit direkter Sichtkontakt, so dass jederzeit eine Rückmeldung zum Behandlungsteam möglich ist. Auf Wunsch können Angehörige während der Therapie anwesend sein oder es kann entspannende Musik gehört, oder aber auch - je nach Patientenwunsch - eine Film-DVD abgespielt werden.

In welchen Abständen wird die Hyperthermie verabreicht?

Die Häufigkeit der Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Diagnose und wird individuell bestimmt. An der Charité wird die Hyperthermie in den meisten Fällen ein- oder zweimal wöchentlich während der onkologischen Behandlung (Strahlen- und/oder Chemotherapie) verabreicht.

Verursacht die Hyperthermie Nebenwirkungen?

In den meisten Fällen treten keine wesentlichen Nebenwirkungen auf. Selten kommt es durch Überhitzung zu Rötungen der Haut, Wassereinlagerungen im Gewebe, noch seltener zu sogenannten Fettgewebsnekrosen, die in der Regel folgenlos abheilen. Bei Becken- und Bauchtumoren kann der Druck des Wasserbeutels, der zur Koppelung des Applikators mit den Patienten notwendig ist, unangenehm sein. Er wird jedoch unmittelbar nach der Anwendung entfernt.